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BHKW für Flexibilisierung
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BHKW für Flexibilisierung
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Jens
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Anmeldedatum: 25.12.2007
Beiträge: 1380
Wohnort: Ihausen

BeitragVerfasst am: 02.02.2016, 18:47    Titel: Antworten mit Zitat

Geschockt Geschockt
...und die Erlöse sollen uns retten, wenn das EEG ausläuft ? Das ist unser Marktwert, weil wir regeln können ?

Ich weiss dass ich damit zu einer Minderheit gehöre, aber ich glaube die Regelenergie ist nicht das Ding das uns rettet. Wir können das zwar immer behaupten, dass wir ja die einzigen wären die regeln können und keine Energiewende ohne uns geht, aber ich glaube das nicht.
Die Energieversorger bauen ein paar große Gas-BHKW, lassen die meistens laufen und wenn mal was ist, können die damit regeln in Größenordnungen von 100 Biogasanlagen zusammen (20MW sind ein paar dicke Jenbacher nebeneinander...)

Was wir können ist CO2-neutral Strom produzieren und mit entsprechend Reststoffe auch CO2 einsparen. Und wenn wir das CO2 abscheiden und vermarkten wir die Bilanz nochmal besser.
Und weil wir Grundlast können, kann man z.B. auch die AKW in Belgien ausschalten, die da gerade die Kühlwassertemperatur anheben müssen, weil im Behälter schon Spannungsrisse sind.
Wir als Branche können AKW und Kohle ersetzen mit Grundlast, erheblich CO2 einsparen und nebenbei Wärmenetze betreiben.
Ich behaupte langfristig ist die Regelenergie neben diesen Argumenten nur Spielerei, was obige Zahlen in meinen Augen belegen.
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michael
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Anmeldedatum: 25.01.2005
Beiträge: 1411
Wohnort: Mittelfranken

BeitragVerfasst am: 02.02.2016, 19:46    Titel: Antworten mit Zitat

Ihr werft da jetzt alles durcheinander, ich bring mal etwas Ordnung rein:


Mehrerlös 1: Managementprämie für Direktvermarktung und sonst nix tun:

0,2Cent je eingespeister kWh, also bei den 320kW Leistung von oben knappe 6000€/Jahr.
Je MW wären es 17200€/Jahr. Abzüglich ca. 30% Dienstleistungsentgeld, das der Vermarkter haben will.


Mehrerlös 2: Vermarktung von Regelenergie (Systemdienstleistung):

Wenn die Anlage keine Überleistung hat, kann man negative SRL (Sekundärregelleistung) anbieten, also im Bedarfsfall binnen 5min runterfahren und auch wieder hoch. Aktuell reden wir da von kleiner 30min Abschaltzeit im Monat. Guten Anlagen blieben hier bei uns im BSN-Pool in 2015 zwischen 20.000 und 30.000€ pro Jahr und MW. Anderen, und das sind nicht wenige fast gar nix.

Wer doppelt überbaut hat und auch positive SRL anbietet, kannn auf 0,5Cent/kWh kommen, also knapp 45.000€/MW und Jahr.

Allein über die Weihnachts- und Neujahrswoche konnten wir bei Vermarktung von pos. und neg. SRL gut 12.000€/MW erlösen.

Pos. SRL wird wohl langfristig was wert sein, negative eher nicht.


Mehrerlös 3: Bedarfsorientierte Einspeisung nach Börsenpreis (nicht zu verwechseln mit Regelenergie):

Wer hier ca. doppelt überbaut hat und wenig Wärmerestriktion hat kann zwischen 0 und 0,7C/kWh erlösen. Eine Kombi mit Regelenergie ist mittelmäßig gut möglich.
Mit dem neuen Strommarktdesign ab Sommer wird das wohl einfacher.

Hier erwartet man ab 2020 deutlich steigende Erlösmöglichkeiten, wenn die AKW und Kohlekraftwerke vom Netz gehen.


Bei alldem sind einige Fallstricke abhängig vom Direktvermarkter zu beachten:

Bei manchen Vermarktern wird Ausgleichsenergie für nicht korrekt einegespeiste Strommengen (Fahrplanabweichungen) verrechnet. Diese kann positiv oder negativ sein, aber öfter muss dafür bezahlt werden.

Bei anderen wird die prognostizierte und die tatsächlich eingespeiste Strommenge über die Standartabweichung verrechnet, was starke Abweichungen bestraft. Der resutierende Wert wird dann auf die Regelenergieerlöse angerechnet. In der Folge kann es deutlich weniger Erlöse geben, wenn die Fahrweise nicht gut zur Prognose passt (Auch Grundlast ist eine Prognose!)

Bei der Regelenergievermarktung muss vom Vermarkter immer mind. 20% mehr Leistung bereitgestellt werden, als angeboten werden darf. Diese Redundanz wird teilweise vom Erlös abgezogen.

Bei anderen sind noch Markzugangskosten vorhanden, oder es wird die gesamte Managementprämie einbehalten...

Die meisten Vermarkter garantieren die EEG-Vergütung + Managementprämie als Untergrenze.
Manchmal wird versteckt nur die EEG-Vergütung garantiert. Das dürfte im Beitrag weiter oben der Fall sein.

Also die Verträge genau lesen und verstehen, oder sich einem Pool anschließen.
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Jens
Identität bekannt
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Anmeldedatum: 25.12.2007
Beiträge: 1380
Wohnort: Ihausen

BeitragVerfasst am: 02.02.2016, 19:58    Titel: Antworten mit Zitat

Ok, das klingt ja schon ein bisschen anders.

Aber trotzdem bleibt das Grundproblem, dass die Erlöse aus der Regelenergie im Verhältnis zur zur EEG- Vergütung sehr gering sind.
D.h. wenn die Politik einfach die EEG-Vergütung halbiert (so wie im aktuellen EEG), dann lässt sich eine Anlage nicht mehr betreiben.
Ich habe halt die Befürchtung, wenn wir die Regelenergie als unsere alleinige Aufgabe in der Politik so propagieren, dass vergessen wird, dass wir ohne EEG oder einer ähnlichen Richtigstellung der Marktposition keine Chance haben werden. Wir brauchen eine Vergütung für CO2, für Grundlast, für die Mineraldüngereinsparung und für die Regelenergie usw. entweder vom Markt/Volkswirtschaft oder wenn der Volkswirtschaft das nicht erkennt, weil nur der Ölpreis zählt, dann von der Politik
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Bär
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Anmeldedatum: 05.07.2007
Beiträge: 102
Wohnort: Baden- Württemberg

BeitragVerfasst am: 04.02.2016, 14:34    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Michael,

wie schafft Ihr 20.000 € bis 30.000 € / MW Vergütung bei neg. Regelenergie ??
Ich bin hier im POS im Gebiet der Transnet BW.
Aufs MW umgerechnet sinds bei mir 2015 ca 9.500 € Netto an Einnahmen und dies quasi ausschließlich über die Bereitstellungsvergütung. Für neg. Regelenergieabrufe schätze ich mal 100-200 €/MW also nix! Und so sieht auch die Regelung aus! Abrufe haben wir zwar einige, aber mit so nem kurzen Zeitfenster, das da nix bei rumkommt. Ist das bei anderen Übertragungsnetzbetreibern besser oder liegts am Vermarkter????????? Ich als Betreiber hab da doch gar keinen Einfluss drauf (außer Wechsel zu nem anderen DV)

Gruß

bär
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paulken



Anmeldedatum: 15.05.2011
Beiträge: 141


BeitragVerfasst am: 04.02.2016, 18:34    Titel: Antworten mit Zitat

Das hat mit den Übertragungsnetzbetreibern nix zu tun. Der Regelenergiemarkt funktioniert ähnlich einer Börse, Angebot-Nachfrage-Preis.
Und über den Arbeitspreis hast du sehr wohl die Möglichkeit die Abrufe deiner Anlage zu steuern. Außer dein DV lässt eine Gestaltung des Arbeitspreises durch Anlagenbtreiber nicht zu, sondern legt den selber fest.
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thömi



Anmeldedatum: 15.02.2012
Beiträge: 114


BeitragVerfasst am: 04.02.2016, 21:31    Titel: Antworten mit Zitat

Nach Aussage von Next hat die Abrufdauer sehr wohl was mit TransNetBW zu tun. Pos. Regelenergie kannst du hier total vergessen. Mal 5 sek. hier mal 20 sek. da usw. Neg. zwar besser aber auch nicht optimal. Die meinen das die Transnet und die ENBW noch zusehr miteinander verbandelt sind.
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ww
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Beiträge: 667


BeitragVerfasst am: 08.07.2019, 19:37    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo,

sind bei E2M im Pool und haben jetzt im Sommer das Flex-BHKW auf 0 KW Erzeugungsleistung gesetzt.
Hatten auch schon ein paar positive RL Abrufe in den letzten Wochen, soweit alles OK.
Heute jedoch sollte nach deren Vorstellung das eigentlich durchlaufende BHKW1 für 4 h 200 KW negative RL erbringen und gleichzeitig das eigentlich stehende BHKW2 sollte 200 KW positive RL erbringen. Hab die Fernsteuerung daraufhin deaktiviert in der Zeit.

Bringt ja in der Summe wieder die sowiso erzeugten 200 KW und hätten die mir tatsächlich das eine ausgeschaltet und das andere einem Kaltstart unterzogen ? Krieg ich jetzt trotzdem die zusätzliche Vergütung, hab ja die geforderte Strommenge abgeliefert ? Sind solche für mich blödsinigen Abrufe bei euch schon öfters vorgekommen ?


Gruß aus Mittelfranken
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