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Kein Methan, aber viel zu viel H2S
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Kein Methan, aber viel zu viel H2S
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lerche
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Anmeldedatum: 08.12.2006
Beiträge: 672


BeitragVerfasst am: 31.05.2017, 15:44    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:
Und beim nächsten Mal Unkrautvernichtungsmittel ausbringen auf die eigene Gesundheit und der der Nachbarn achten.


Jetz hast dich endgültig selber abgeschossen...
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papp
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Anmeldedatum: 29.12.2005
Beiträge: 3805
Wohnort: Ausland

BeitragVerfasst am: 31.05.2017, 20:26    Titel: Antworten mit Zitat

Im ukrainischen Donbass wird eine moderne Biogasanlage bald 3 500 Haushalte mit Strom versorgen

VON STEFAN SCHOLL (WOLNOWACHA)

Hinter der Kriegsfront im Donbass geht die vielleicht modernste ukrainische Biogasanlage in Betrieb. Entworfen von einem Berliner Ingenieur, der seit Monaten vor Ort ist.

Der Platz ist noch ungeteert, aber vor frisch gezimmerten Holzhütten sitzen schon Kettenhunde. Und die Anlage arbeitet. Deftig riechende Lawa drängt auf die Stahlquirle im Aufnahmebunker zu, „Austragsschnecken“ nennt sie Klinkmüller. Er trägt breite Arbeitsschuhe, schwarze Kordhose und schwarze Kunststoffjacke, Klamotten wie ein örtlicher Monteur.

Pionierarbeit

Aber Lars Klinkmüller, Chef des Berliner Ingenieurbüro CarboCycle, hat das Projekt erdacht. Eigentlich eine gründlich kalkulierte Millioneninvestition. Aber dann wurde der Standort Wolnowacha Frontgebiet und die Investition zur Tollkühnheit. „Krieg oder nicht“, sagt Klinkmüller, 56, ungerührt, „die Anlage ist in diesen Breiten auf jeden Fall Pionierarbeit.“

Der Betrieb läuft, täglich wandern 40 Tonnen Kuhmist, 65 Tonnen Mais- und Sorghumhirse-Selage, eine Tonne Futterreste und Sonnenblumenschalen in das Doppelherz der Anlage, zwei zinnobergrüne Gärbehälter. Dort vergären Mikroben die organische Masse zu Ökodünger, aber vor allem zu Biogas. Der Generator des unscheinbaren Blockkraftwerks daneben macht elektrischen Strom daraus. Bis Ende Juni soll der erste Strom in die städtischen Kabel fließen. Die Anlage kann 3 500 Haushalte mit Strom versorgen, immerhin halb Wolnowacha.

Die „Offene Aktiengesellschaft Ecoprod“ ist der größte Landwirtschaftsbetrieb im Kreis Wolnowacha. 22 000 Hektar Ackerfläche, 6 000 Milchkühe. „Biogas ist ja eigentlich nicht unsere Präferenz“, sagt Generaldirektor Iwan Melnik, ein grauhaariger, wortkarger, Kraftmensch. 2008 begann ihn doch die Technik zu interessieren, Kuhmist und Heu in elektrischen Strom zu verwandeln. Damals verkündete der ukrainische Staat „grüne Tarife“ für Bioenergie. Und einen Preis von 13,2 Cent pro Kilowattstunde, etwas weniger als Deutschland bis 2014 zahlte. Biogas rechnete sich jetzt auch in Wolnowacha.

Gegen den Wind

Von vier deutschen Bewerbern bekam CarboCycle den Zuschlag. Auch, weil Klinkmüller den Ostukrainern sein Projekt in ihrer Alltagssprache erklärte: Russisch. Er hatte noch in Sowjetmoskau das Institut für Chemischen Maschinenbau absolviert. Man einigte sich auf den Bau einer Drei-Megawatt-Großanlage für 5,4 Millionen Euro.

Aber Pionierprojekte segeln oft gegen den Wind. In dem ukrainischen Gesetz über die grüne Tarife fand sich eine ärgerliche Lücke: Biogas fehlte dort als alternativer Energieträger. 2011 verabschiedete das Parlament einen entsprechenden Ergänzungsantrag, aber Präsident Viktor Janukowitsch unterschrieb ihn erst Ende 2012. Endlich grünes Licht für die Baustelle in Wolnowacha.

Die ersten Fundamente und Betonwände standen, die Baugrube für die Gärbehälter war gerade ausgehoben, da brachen im April 2014 im Donbass blutige Unruhen aus. Im Morgengrauen des 22. Mai schossen prorussische Separatisten bei Wolnowacha ein Lager ukrainischer Truppen zusammen, töteten 16 Soldaten. Das Donbass geriet zum Schlachtfeld. Seitdem liegt Wolnowacha keine zehn Kilometer hinter der Front. Auch Ecoprod-Liegenschaften gerieten unter Artilleriefeuer, ein Wachmann kam um, zwei wurden verletzt.

Zweieinhalb Jahre stand das Projekt still. „Wir haben richtig Geld verloren“, seufzt Bogdan Rogatschenko, stellvertretender Generaldirektor. Man beschloss, zunächst nur eine 1,5-Megawatt-Linie zu bauen.

Inzwischen wird die Front auch Waffenstillstandslinie genannt, trotzdem hört Klinkmüller öfters Geschützdonner. Wolnowacha aber zieht es vor, die Reichweite der feindlichen Raketenwerfer zu ignorieren. Geschäfte und Cafés funktionieren, Frauen schieben Kinderwagen durch die niedrige, von Obstbäumen umstellte Backsteinarchitektur.

In der Ukraine hat Klinkmüller bisher zehn Biogasanlagen gezählt. Nach Angaben des Kiewer Wirtschaftsportals liga.net kommt nur ein Prozent der ukrainischen Energie aus alternativen Quellen. Aber das Potenzial an Fläche und Biomasse ist riesig. „5 000 Drei-Megawatt-Anlagen wären 30 Milliarden Kubikmeter Biogas im Jahr“, rechnet Klinkmüller. „Dann bräuchte die Ukraine kein russisches Gas mehr.“ Sechs Millionen Hektar Ackerland wären nötig, aber vier bis acht Millionen Agrarfläche lägen brach. Sicher, das koste an die 25 Milliarden Euro. „Aber wie viel bezahlt die Ukraine im Jahr für Gasimporte?“

Zigarettenpause auf der Plattform vor dem Bürogebäude. Klinkmüller sagt, seine Firma hätte Anfragen aus der Ukraine und Weißrussland, auch eine aus Kaluga bei Moskau. Allerdings missachten die Russen alternative Energien. Und ein Professor in Sankt Petersburg belehrte Klinkmüller einmal: „Die Klimaveränderung hat der Westen erfunden, um Russlands Öl- und Gaskunden zu verschrecken.“
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"Les promesses n'engagent que ceux qui y croient"
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