Bayer und Monsanto

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Moderator: Schlattmann

Wade
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Beitrag von Wade »

schaut für mich danach aus dass Monsanto den Preis noch etwas nach oben treiben will. Die müssen eh erstmal abwarten was das Kartellamt in den USA sagt. Wenns nen OK gibt kassieren die Vorstände ne ordentliche Prämie...
lerche
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Beitrag von lerche »

Für den Landwirt wird das bedeuten: Kaufe ich das (Super-)Saatgut nicht dort, wird mir der Schädling die Ernte vernichten. Effektiven Pflanzenschutz mache ich mit dem Mittel von selbiger Firma, denn das tötet mir alles, außer meiner Kultur. Selber nachbauen kann man das Saatgut selbstverständlich nicht, da Hybride oder patentiert. Und dann ist man genau da wo ein Megakonzern einen haben will.
Steigt der Preis für Getreide? Prima, kann der Monopolist einfach das Saatgut und PSM teurer machen, d.h. hier ist der Landwirt dann schlichtweg ausgeliefert.
Ich halte dass für einen Denkfehler. Es heißt ja nicht dass mit GVO das andere verschwindet. Gibt ja genauso noch konventionelles Saatgut. Wenn die GVOs nicht besser sind kaufts auch keiner. Und finanziellen Vorteil für den Konzern gibts ja nur, wenns auch finanziellen Vorteil für den Landwirt gibt. Ich glaube dass da in Europa wegen diffuser Bedenken viel verpennt wird.
bio-gas
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Beitrag von bio-gas »

naja, was heisst verpennt....

Wenn man sich mal genau anschaut welches Resistenzmanagment man anwenden müsste und welche regularien da einzuhalten sind, glaub ich ist es bei unserer kleinteiligen Landwirtschaft in Deutschland eh kein thema, weil einfach zu kompliziert durchzuführen...

Aktuell wüsste ich auch nicht wo ein monetärer Vorteil sein sollte...
wegen 10-20€ pro Ha tu ich mir doch nicht das Risiko an...

Deswegen Nutzen/Risiko steht in keinem zusammenhang....
lerche
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Beitrag von lerche »

Wenn das so wär würds nicht so Großflächig eingesetzt werden....
bio-gas
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Beitrag von bio-gas »

in europa mit den hier gegebenen klimatischen Bedingungen wird es meines wissens auch nicht flächig eingesetzt.
Ist halt schwierig mit Nord- und Südamerika zu vergleichen: Feldgrößen von 100ha im schnitt und keine Besiedelung, im Süden kein winter und zwei ernten im Jahr und eine Vegetation das du nach 6wo keine Strasse mehr findest.

Brauchst Dir ja blos mal die Empfehlungen durchlesen die für BT Mais gelten. Mind auf 20 % der fläche normalen Mais anbauen um Resistenzen vorzubeugen. Auf den Nachbarflächen soll auch kein BT Mais stehen.....
meines erachtens schwierig umzusetzen bei unseren feldern....

Und dass sich die Bauern in Nord&Südamerika einen goldenen Nase verdienen mit Gengetreide wäre mir schon neu......
Dann passt sich der markt halt wieder an....
Sieht man ja jetzt schön bei den Schweinen und der Milch......

Die Diskussion ist nicht ganz easy und wird sich nicht so schnell erschöpfen, aber pauschal als Depp und Sektierer bezeichnet zu werden finde ich halt nicht gerade als zeichen von gesprächskultur und auch weitblick....
lerche
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Beitrag von lerche »

Du brauchst dich doch ned gleich angepisst fühlen. Tatsache ist, das is mir a klar, dass die aktuell verfügbaren GVO Sorten logisch für uns nicht passen. Das streit ich ja garned ab. Es is nur verdammt gefährlich so pauschale Denkverbote von wegen da könnt irgendwo was sein drum darf man nichtmal in die Richtung Forschen zu verteilen.
(Incl. Versuchsfelder zerstören, sowas geht garned)
Und das es in Europa nicht Flächendeckends eingesetzt wird, will ich hoffen, is ja verboten...
Jede Schädlingsbekämpfungsmaßnahme macht Resistenzen. Ihr habt im Ökolandbau genauso Resistenzen... Halt Striegelresistente Disteln... Wenn man richtig damit umgeht kein Problem. Und wegen den Hammeln unter den Biobauern, die´s ned im Griff ham (und Distel züchten... sag ned dass des nicht gibt ;) ) den Ökolandbau zu verbieten wär a lächerlich. Egal wo und wie Landwirtschaft betrieben wird is Fortschritt in Züchtung und Methodik das AundO.
Ich bin halt der Meinung, dass man sich auch in der öffentlichen Diskussion a bissl unideologischer verhalten sollte. Siehe auch Glyphosat. Da tun sich Leute vor, die genau den einen einzigen Wirkstoff kennen und reden als ob sie die Landwirtschaft erfunden hätten. Das kotzt mich an. Die Tante von der SPD bezeichnets am Ende als Dünger... Wahnsinn... Und die Leute fällen dann Entscheidungen....

Und Done... einmal mehr... Ich seh die Ökolandwirtschaft durchaus als ein interessantes Feld an. Aber, und das wirst du auch nicht abstreiten... es ist nicht der alleinseligmachende Weg für alle. Ich bezeichne keinen als Sektierer und ich werd einen Teufel tun und dich als dumm zu bezeichnen, aber es wird doch wohl erlaubt sein einen anderen Standpunkt zu vertreten.
bio-gas
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Beitrag von bio-gas »

Der letzte satz war mehr auf

Imho sind "Gentechgegner" verdammte Bambis, vergleichbar mit andern Sektierern ala "Zeugen Jo(y)hovas"

bezogen....

ich diskutiere gerne und hab meinen spass dabei, wenn es auf einer sinnvollen ebene geführt wird.
Und ich verstehe auch das der Ökoanbau nicht für jeden passt, ich will auch nicht missionieren. Und die Hammel regen mich mindestens genauso auf :mrgreen: :mrgreen:

Alles Gut!

Insofern freue ich mich auf eine interessante und lehrreiche diskussion.
beoMartin
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Beitrag von beoMartin »

Interessante Diskussion.

"Saatgutmonopol" und "angepasste Pflanzenschutzmittel" ala Monsanto,

----------------------habt ihr alle Eure Nachbauerklärung gemacht??

Das ist genau das Instrument um die Vielfalt und das heimische (hier auch mit deutsch oder sogar europäisch gleichzusetzen) zu unterstützen, zu erhalten. Bin auch nur Landwirt muss aber sagen dass die Angst/Befürchtung vor Saatgut Riesen und Monopolen der Landwirt mit beeinflussen kann. Will hier keine Diskussion über das verfahren der STV anzetteln aber wenn es kein überleben der kleinen Züchterhäuser mehr gibt dann nehmen das die Globalen in die Hand.
Hybridsaatgut--kein Nachbau somit ist der Erlös über das Saatgut schon bei Ihnen.
Steuerung auf Sorten ----
selektive Züchtung ---- auch GV
angepasster PS
........

Das kann sicherlich eine Expansion der Großen Unternehmen nicht verhindern, aber entschleunigen auf alle Fälle.
Gruß

Martin
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Schlattmann
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Beitrag von Schlattmann »

Wade hat geschrieben:schaut für mich danach aus dass Monsanto den Preis noch etwas nach oben treiben will. Die müssen eh erstmal abwarten was das Kartellamt in den USA sagt. Wenns nen OK gibt kassieren die Vorstände ne ordentliche Prämie...
Ja, da geht es wohl gerade hauptsächlich ums Geld.
Das Gebot war von Anfang an wohl sehr hoch um nicht von vornherein Interessenten zum Mitbieten anzulocken. BASF wäre ja jetzt auch noch ein potenzieller Mitbieter.

Wenn das Kartellamt dann letztendlich "OK" sagt (egal mit wem), haben wir die Fakten und damit den Salat.

Die Frage ist auch immer eine der Sicht: sehe ich das lokal für die nächsten 2-3 Jahre oder für die Landwirte weltweit für die nächsten 20-30 Jahre.
MfG, Markus Schlattmann
---
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papp
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Beitrag von papp »

Um meinen Standpunkt mal klarzustellen
- Ohne die "grüne Revolution" würde heute die Hälfte der Menschheit hungern
- In " Überschussgebieten " wie Westeuropa kann man es sich leisten in einer Art "verklärter Gute-alte-Zeit Phantasie" Produktionsmethoden in Frage zu stellen und mit Hilfe von Politikern die nie gehungert haben, die null Plan von Landwirtschaft und ebensowenig von globaler Versorgung betroffen sind fröhlich seine "Sektierer " unterstützen.
- Gehen wir mal davon aus dass "BIO" flächendeckend Vorschrift werden würde dann käme sehr schnell ne neue Bewegung/Sekte auf, denen die Vorschriften nicht genügen würden
halt Harcore-BIO ...und so weiter und so fort...
"Les promesses n'engagent que ceux qui y croient"
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