Preisfindung Wärme

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Moderator: Stulle

nobse
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Preisfindung Wärme

Beitrag von nobse »

Hallo

Ich steh grad vor nem Rätsel und hoffe ihr könnt mir helfen.
Ich hab dies Jahr ein Wärmenetz gebaut und Kunden die mehr abnehmen können als ich liefern kann. Als wir im Frühjahr die Verträge machten war das Heizöl bei so 65 cent und man war sich einig das wir an BHKW Wärme liefern was wir haben den rest Heizen sie mit ihren bestehenden Heizungen zu. Soweit so gut. Das Netz ist fertig und läuft auch recht gut nur ist der Heizöpreis gestiegen aktuell ca 95cent und jetzt kommt die Frage auf ob wir mit unserer alten Hackschnitzelheizung (100Kw) nicht doch noch dazuheizen können.
Nun stellt sich die Frage wie kann man den Teil Wärme der aus den Hackschnitzel erzeugt wird abrechnen. Wärmepreis aus BHKW Wärme Staffelung in den nächsten 5 Jahren von 2-4,5 cent danach noch 3 Jahre halber Heizölpreis Dann wird neu verhandelt. für die Wärme aus Hackschnitzel brauch ich mind. 5 cent.
Das Hauptproblem ist das ein Paar keinen bedarf an mehr Wärme haben, da sie mit Solarthermie, Kachelofen und nem bischen was von uns gut auskommen d.h. auch nicht mehr zahlen wollen. Die anderen würden für die Hackschnitzelwärme mehr zahlen aber wie kann ich das gerecht verrechnen, wer braucht BHKW bzw wer nimmt die teuerere Hackschnitzelwärme? Ist ja alles im gleichen Netz.
Ich komm da auf keinen nenner und hof Ihr könnt mir helfen.
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H.E
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Beitrag von H.E »

Gilt der "mehr-Bedarf" nur für die kalte Jahreszeit ?
Grundsätzlich mußt Du die Mehrkosten doch bei Interesse des Abnehmers einzig ihm(Ihnen) in Rechnung stellen.
D.h. , z.B. bei Mehrabnahme über die Leistungsmenge X kostet die Wärme XY zusätzlich,also Deckung der Hackschnitzel-Wärme-Kosten.
Wir streben an über solch eine Vertragsklausel unnötigen Verbrauch von Abnehmern zu verhindern um noch weiteren Haushalten die Möglichkeit zu geben an die Biogas-Fernwärme zu kommen
Julius-K
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Beitrag von Julius-K »

hast du mit deinen Abnehmern bei Vertragsabschluss eine ungefähre Jahres-wärme-liefermenge vereinbart?
nobse
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Beitrag von nobse »

Hallo
Danke erst mal

Die Zusätzliche Abgabe beschränkt sich auf die Heizmonate in der anderen Zeit wirds wohl reichen.
Nein eine Wärmemenge haben wir nicht eingebaut, allerdings haben wir uns bei der Auslegung an den bisherigen Bedarf an Heizmaterial gehalten. Die max. Abgabe ist durch die Übergabestation geregelt. War evtl ein Fehler aber hinterher...
Somit kann ich auch nicht genau sagen wer den nun die mehr Menge verbraucht.
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Sebastian
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Beitrag von Sebastian »

Eigendlich ist das Hauptproblem die Abnahme von Wärme in der Hauptheizzeit. Vielleicht könnte man den Druchfluss der Haussation bei den Abnehmern so drosseln, dass sie nur den Anteil den die BGA produziert entnehmen können.
Angenommen dein Holzheizerehepaar braucht maximal 20kW und du hast 60% Anteil Biogaswärme an kalten Tagen, dann begrenzt du den Druchfluss auf so dass nur 12 kW entnommen werden können.
JueLue
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Beitrag von JueLue »

Voraussetzung ist, dass du die gesamt Wärmemenge bei jedem Kunden erfasst und weißt, wieviel Biogas-Wärme und wieviel Hackschnitzel-Wärme du einspeist.

Ich würd so vorgehen:

1. Die gesamte eingespeiste Biogas-Wärme in kWh durch die Anzahl der Abnehmer teilen.
2. Wenn ein Abnehmer weniger als diese Menge braucht, die Übermenge von ihm auf die Anderen verteilen.
3. Punkt 2 so oft wie nötig wiederholen.
4. Diese Wärmemenge (Grundlast) mit dem niedrigen Satz in Rechnung stellen.
5. Den Kunden, die ihre Wärmelieferung nicht mit dieser Wärmemenge abdecken konnten die restliche Wärmemenge (Spitzenlast) mit dem hohen Satz in Rechnung stellen.

JueLue
papp
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Beitrag von papp »

JueLue hat geschrieben:Voraussetzung ist, dass du die gesamt Wärmemenge bei jedem Kunden erfasst und weißt, wieviel Biogas-Wärme und wieviel Hackschnitzel-Wärme du einspeist.

Ich würd so vorgehen:

1. Die gesamte eingespeiste Biogas-Wärme in kWh durch die Anzahl der Abnehmer teilen.
2. Wenn ein Abnehmer weniger als diese Menge braucht, die Übermenge von ihm auf die Anderen verteilen.
3. Punkt 2 so oft wie nötig wiederholen.
4. Diese Wärmemenge (Grundlast) mit dem niedrigen Satz in Rechnung stellen.
5. Den Kunden, die ihre Wärmelieferung nicht mit dieser Wärmemenge abdecken konnten die restliche Wärmemenge (Spitzenlast) mit dem hohen Satz in Rechnung stellen.

JueLue
Genau so und nicht anders!
Glaube seinem Text zu entnehmen dass bislang keine einzelnen Wärmezähler installiert sind.
Kleiner Tipp, Teile mit abgelaufener Eichung sind voll funktionsfähig und sehr günstig.
JueLue
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Beitrag von JueLue »

nobse hat geschrieben:...
Somit kann ich auch nicht genau sagen wer den nun die mehr Menge verbraucht.
... hab ich jetzt erst gelesen.
Wenn das heißt, dass du keine Wärmemengenmesser bei den Verbrauchern hast, ist das das erste, was du ändern musst.

Alles andere Endet nur in großem Ärger.

JueLue
nobse
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Beitrag von nobse »

Hallo
Ich glaub ich muss erst mal was klarstellen
Wir haben an jeder Übergabestation einen geeichten Wärmemengenzähler.
Das Problem ist das wir Häuser und Gewerbehallen angeschlossen haben mit Anschlußleistungen von 15-120 KW.
Das Problem ist wir haben im Vertrag vereinbart das jeder beziehen kann was die Station hergibt solange wir wärme haben. Da haben auch alle zugestimmt und sind auch jetzt noch zufrieden, nur wollen ein Paar halt mehr und wenn ich jetzt zusätzlich noch Hackschnitzelwärme ins netz schieb kann die auch jeder der Angechlossen ist auch nutzen, aber die richt nicht anders und sieht auch nicht anders aus. Es wird trotzdem so sein das welche einen Teil abnehmen undandere halt nicht. Mir gehts halt um einen gerechte abrechnung. Nicht ist schlimmer wie wenn sich einer von 12 benachteiligt fühlt. Deshalb kommt es mir garnicht in den Sinn irgendwenn zu Drosseln. Die die Wärme tatsächlich nicht nutzen brauch ich auch nicht Drosseln.Abgesehen wär das auch gegen unsere Vereinbarung.
Zur abzugebenden Wärmeleistung. Rechnen kann man da viel und das haben wir auch getan aber die Situation hat sich halt geändert und wir haben auch das Glück das wir einen Betrieb haben, der Ganzjährig Wärme abnimmt und wir somit theoretisch 80%der Wärmemenge verkaufen können.
Zur Rechnerei wirds diesen Winter nicht lang und nicht sehr kalt wirden meine 5400KW/Tag in den Heizmonaten schon reich wenns aber Zapfig wird kann ich schon noch 2000KW zusätlich ins Netz schieben. Die Frage ist wie kann ich das gerecht abrechnen oder gibts nur die Möglichkeit mit allen einen neuen Vertrag zu machen.
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JueLue
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Beitrag von JueLue »

Das mit den Wärmemengen-Zählern ist ja schon mal sehr gut.

Ich sehe nicht ganz das Problem:

Wenn du deine HS-Heizung nicht startest, wirst du doch deine "Kleinkunden" auch weiterhin zu 100% mit Wärme versorgen, und die "Großkunden" müssen zuheizen, oder dürfen die "Großkunden" zeitweise soviel Wärme saugen, dass auch die "Kleinkunden" zuheizen müssen?

Wenn ersteres zutrifft, erreichst du mit meinem Modell genau was du willst.

Es spielt doch keine Rolle, ob das Warmwasser beim Kleinverbraucher durch deine HS-Kessel gelaufen ist oder durch den Motorkühler. Entscheidend ist doch, dass die Großverbraucher die HS-Heizung nötig machen.

In der Abrechnung muss sich niederschlagen, wer es nötig gemacht hat, dass die HS-Heizung läuft, nicht wohin das Wasser auf deinem HS-Kessel tatsächlich gelaufen ist.

Genauso ist es doch, wenn ich beim Stromanbieter Ökostrom kaufe. Durch meine Kabel läuft in Wirklichkeit weiter normaler Strom, aber es wird halt beim Energieerzeuger der Anteil regenerativer Energien damit erhöht.

JueLue

JueLue
Zuletzt geändert von JueLue am 10.12.2011, 09:24, insgesamt 1-mal geändert.
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